Rezensionen zu
Michael Eichhammer/Peter Thiel: Der verletzte Mann

Nochmal richtig Gas geben
Switchboard. Zeitschrift für Männer und Jungenarbeit |Nr. 189 |Sommer 2009

Traue keinem um die vierzig - Interview mit Peter Thiel in der SZ

Einblicke in die Männerseele

 

Nochmal richtig Gas geben

Sendung 37 Grad im ZDF am 1. September 2009 » Weitere Infos beim ZDF

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Switchboard. Zeitschrift für Männer und Jungenarbeit |Nr. 189 |Sommer 2009

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Traue keinem um die vierzig - Interview mit Peter Thiel
Männer in der Mitte des Lebens fühlen sich immer mehr von Selbsthass, Arbeitssucht und Stress bedroht - eine Therapiestunde.
Interview: Titus Arnu

Männer um die 40 benehmen sich oft verhaltensauffällig. Sie treiben exzessiv Sport, kleiden sich betont jugendlich, fangen plötzlich wieder an zu rauchen, legen sich einen sportlichen Zweitwagen oder eine sportliche Zweitfrau zu - und verzweifeln dabei an sich selbst. Peter Thiel, Familientherapeut und Autor des Buches "Der verletzte Mann", hat in seiner Praxis in Berlin oft mit solchen Männern zu tun. Der 46-Jährige weiß, was Betroffenen in der Krise helfen kann. » weiter auf sueddeutsche.de

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Einblicke in die Männerseele
Trauer: Zu schwach zum Leiden
Viel Alkohol, viel Arbeit: erprobte Männer-Strategien, um sich vom Unglück abzulenken. Autor Gernot Gricksch sucht nach neuen Auswegen

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Ja, liebe Leserin, ich kann mir gut vorstellen, was Sie jetzt denken. Es ist erbärmlich! Wir Kerle sind ganz miese Trauerarbeiter. Aber bevor ich mich zur kompletten Zerfleischung meiner Spezies hinreißen lasse, bitte ich Sie um ein wenig Selbstreflexion: Wie attraktiv finden Sie einen weinenden Mann? Ich meine jetzt nicht so einen würdevoll schluchzenden George Clooney, der selbst mit tränenfeuchten Augen immer noch aussieht, als wäre er gerade vom Zeitschriften-Cover geklettert. Nein, ich meine einen Durchschnittsheini: Unter 1,80 Meter groß, nicht mehr im Besitz seines kompletten Haupthaars, mit Bauchansatz. Der sitzt da, heult Rotz und Wasser und will furchtbar gern mit Ihnen über seine Exfreundin reden. Geben Sie’s zu: Sie würden bei der ersten Chance die Flucht ergreifen.

Unlängst erschien ein lesenswertes Buch zum Thema: „Der verletzte Mann“ von Michael Eichhammer und Peter Thiel (Heinrich Hugendubel, 16,95 Euro). Darin wird beschrieben, wie traurige Männer immer wieder an ihre Kommunikationsgrenzen stoßen. Und dass sie sich, auch wenn’s schwerfällt, ihren Freunden öffnen sollen. Ein guter Rat. Im schlimmsten Trauerfall – wenn ein geliebter Mensch gestorben ist – reagieren ja unsere Kumpels gemeinhin auch sensibel. Sie trösten, hören zu. Und das tut gut. Komplizierter allerdings wird es in weniger greifbaren Trauerfällen. Und die sind bei Männern die Norm.

Männer sind nicht stark. Sie sind sogar zu schwach, um richtig zu leiden. Was auch immer der äußere Anlass für unsere Traurigkeit sein mag: Unterm Strich läuft’s bei uns fast immer auf die Angst hinaus, unseren eigenen, viel zu großen Ansprüchen nicht zu genügen. Was wir deshalb brauchen, um uns besser zu fühlen, ist schlicht Bestätigung. Da sind wir wie kleine Kinder. Wir wollen gelobt, bewundert und natürlich geliebt werden. Und im Gegensatz zu Kindern auch begehrt. Schwere Sache für euch Frauen. Schließlich wäre es eindeutig zu viel verlangt, uns permanent zu vergöttern und anziehend zu finden.

Aber wenn sich Frauen in ihrem Verhalten uns gegenüber hin und wieder mal klarmachen, dass wir unter dem ganzen ruppigen Gehabe auch nicht stärker, belastungsfähiger und abgebrühter sind als sie – eher sogar weniger –, dann ist das schon mal die halbe Miete. Die andere Hälfte besteht darin, uns trotzdem in dem Glauben zu lassen, wir wären irgendwie halbwegs coole Typen. Dann wachsen wir womöglich über uns selbst hinaus. Und dann kommen wir auch aus unserem Loch heraus.
Gaby Ullmann, Katja Hertin, Mark Kuntz (11.03.2008)

Quelle: http://www.freundin.de/

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